14.05.2021
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Entwicklung eines KMU

Die Erwartungen sind gross. Die Vorschriften und Gesetze noch grösser.

Ein kleines Unternehmen, wird meistens von den Inhabern geführt. Diese haben den Beruf von der Pike auf gelernt und haben dann den Schritt in die Selbständigkeit gewählt. 

Man arbeitet viele, viele Stunden und dies mit grosser Leidenschaft. Es folgen neue Aufträge. Es ist eine grosse Freude und eine Bestätigung für den grossen Einsatz. Nun folgt der Entscheid, eine zusätzliche Arbeitskraft mit an Bord zu holen.

Dieser Entscheid bedeutet, es müssen aber zusätzlich Aufträge eingeholt werden, damit diese zusätzliche Person genügend Arbeit hat und der Lohn bezahlt werden kann. Somit sind die Inhaber mehr im Büro und akquirieren neue Kunden. Daneben fällt mehr Administration an, für Löhne, Anmeldungen AHV, Versicherungen, Arbeitspläne, Arbeitsvorbereitung, Gewinnung neuer Kunden/Aufträge, etc.

Nun sind die Inhaber nicht mehr so viel in der Produktion/Verkauf anzutreffen. Das heisst es müssen noch mehr Abläufe genauer festgehalten werden, damit es immer gleichläuft und die Qualität passt. 

Es folgt eine neue Stelle, welche die Abläufe kontrolliert. Diese darf auch gut entlöhnt sein und ist nicht jeder Zeit produktiv.  Das Team wächst weiter, auch der Druck für neue Aufträge und das Team wächst weiter.

Dazu folgt noch mehr administrative Arbeit und da meistens das Unternehmen zu klein ist um eine Person für die Büroarbeit ins Team zu holen, machen die Inhaber diese Arbeiten weiterhin selbst.

Das Unternehmen hat auch Lernende, die werden von den Inhabern betreut. Da gibt es immer mehr gesetzliche Vorlagen, welche die Verbände umsetzen müssen. Die Lernenden werden diese nach guter Instruktion vom Inhaber ausführen. Es fallen für die Kontrolle und die Gespräche wieder zeitliche Ressourcen weg für die tägliche produktive Arbeit.

Auch die Vorgaben vom Lebensmittelgesetz, Ausbildung, Arbeitsverträge, Löhne, AHV, Arbeitszeiten, Unfallversicherung, Krankentaggeldversicherung, Mutter- Vaterschaft Urlaub, Buchhaltung, Mehrwertsteuer, etc., sind enorm gross und werden immer grösser.

Dazu wird der Einkauf grösser und wichtiger. Es muss alles im Hause sein, damit gearbeitet werden kann. Was auch wieder zeitliche Ressourcen von den Inhabern frisst. Du denkst vielleicht schon, es sollte doch mehr delegiert werden. Da gebe ich dir recht, und wir setzen dies um. Diese Person wird nun mehr Zeit bekommen für die Bestellungen. Somit ist sie weniger produktiv und es entstehen wieder personelle Engpässe. 

So wächst ein Unternehmen stetig, gelichzeitig entstehen immer mehr unproduktive Arbeiten. 

Es ist sehr spannend, wenn man Bäcker-Konditor-Confiseur, Verkäufer, Buchhalter, Personalverantwortlicher, Einkäufer, Marketingchef, Berufsbildner, Texter, Blogger, Produktions-Chef, Gastgeber,  und vieles mehr ist, in seinem eigenen Unternehmen. 

Doch Profi ist man meistens im Beruf, und alles andere ist Bei-Gemüse.