15.06.2020
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Weniger ist mehr

Ich habe mir die Frage gestellt: wie viele persönliche Artikel brauchen ich zum Leben? Was ist für mich wichtig und notwendig? Schaffe ich es auf unter 100 Artikel zu kommen?

Nun der Reihe nach. Ich bin ein freiheitsliebender Mensch, und da ich immer wieder gelesen habe, dass zu viele Besitztümer uns viele Freiräume rauben, habe ich mich kurzerhand entschlossen, einen Versuch zu starten. Die Challenge war erstmals, alles aufzuschreiben, was ich wirklich brauche und auf was ich nicht verzichten möchte.

Aktuell ist der Stand auf 80 Artikel. Mit denen sollte ich durch mein Leben kommen. Es wird sicher spannend in den nächsten Tagen, wie es mit der Umsetzung klappt. Ich werde nun alles Überflüssige in Kisten räumen und in den Keller stellen. Es kann gut sein, dass ich merke, dass in meiner Liste noch etwas fehlt. Auf der anderen Seite, kann es natürlich auch sein, dass ich noch Artikel dabei habe, die ich nicht brauche. Mal schauen, wohin diese Reise führt.

Ich bin schon lange der Meinung, wir haben von allem viel zu viel. Wir kaufen viele Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen. Nur weil es der Nachbar auch hat, oder die Freunde oder what ever, müssen wir nicht immer gleich Nachziehen, Mithalten oder sogar Überbieten. Es muss nicht immer mehr sein, und auch nicht immer noch schneller gehen. Vielleicht sollten wir uns zuerst vertieft Gedanken machen, über unser Verhalten, unseren Konsum. Wir könnten zum Beispiel vieles ausleihen, oder mieten oder einfach einander Aushelfen.

Auch bei den Esswaren, werfen wir zu viel weg, weil es abgelaufen ist (die meisten Produkte sind weit über dieses Datum geniessbar, dies einfach mal so am Rande euch mitgeteilt), schimmelt, oder hart ist. Da hilft sicher weniger auf einmal Einkaufen. Oder eine exakte Planung der Mahlzeiten, für eine ganze Woche. Vielleicht ist ein qualitativ hochstehendes Produkt zu einem leicht höheren Preis sogar die bessere Lösung, auf jeden Fall ist es beim Brot so. Unsere Brote kannst du mit idialer Lagerung sehr gut noch zwei bis drei Tage geniessen. Man bezahlt einen Mehrwert und wird es hoffentlich noch mehr geniessen. Du tust deinem Körper etwas gutes, dieser wiederum gibt Dir positive Energie. Ich staune immer wieder, wie viel Geld für gute Kleidung ausgegeben wir, aber Ihrem Körper nur "Scheisse" zu führen. Die Kleidung macht dich nicht gesund, das Essen aber schon. Spare nicht am falschen Ort, du wirst es teuer Bezahlen. Und wenn du lokal einkaufst, sicherst du gelich noch Arbeitsplätze und sicherst die Existenzen dieser Familienunternehmen. Halte dir das bitte immer wieder vor Augen. 

Auch die vielen Geräte die wir haben und nur ab und zu brauchen. Gedanklich bin ich gerade in der Küche. Einen Mixer für die Smoohties, Stabmixer, Eierkocher,  Raffelmaschine,  Orangensaftpresse, Knoblauchpresse, Mirkowelle, Geschirrspühler, Backofen, Toaster, Handytoaster, Teigmaschine, Wok, Bratpfanne , Kochtopf in verschiedenen Grössen, um nur einiges zu Nennen. (Ich habe unsere Geräte noch gedanklich erweitert)

Nun zum Geschirrspühler, der ist bei uns seit Wochen defekt. Die Firma war schon dreimal bei uns, und die Fehlermeldung ging nicht weg. Nun sollte sie ersetzt werden. Doch wegen Corona und Kurzarbeit, geht es nicht voran. Eigenltich haben wir keinen Schimmer, wann sie kommt. Nun könnten wir uns zu Tode ärgern oder nehmen es Gelassen hin. Da haben wir selbst die Wahl und dürfen uns frei für eine Haltung entscheiden. Da wir noch fliessendes, sauberes Wasser haben und können wir zum Glück auch von Hand abwaschen.

Ich mache dies sehr gerne und wisst Ihr was, es ist für mich fast wie Yoga, sehr entschleunigend. Und glaubt mir, wir haben viel Geschirr (Familie und Piratencrew für Frühstück, Znüni, Zmittag, Zvieri, Znacht). Aber es funktioniert, und so gut, dass ich mir schon überlegt habe, dass wir eigentlich nur für Jeden einen Teller, eine Tasse, ein Glas, ein Besteck brauchen. Wenn wir es immer gleich wieder abwaschen, ist es für die nächste Mahlzeit schon wieder bereit. So brauchen wir nicht meherer Ausführungen, weil die Maschine noch nicht voll ist oder noch nicht fertig gewaschen hat. Und die Krönung, jeder kann seine Set selbst rasch Abwaschen. Kommt zum Piratenbeck, da müsst Ihr alles selbst abwaschen... hahaha..

Nun habe ich bereits einige Gedanken mitgeteilt. Bald werden noch mehr folgen.

Mein Wunsch und mein Ziel ist, wieder mehr Freiheit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu gewinnen. Sich Zeit nehmen für gutes, gesundes Essen, für die Familie, für die Freunde, für die Muse, und vor allem im JETZT zu Leben.

Bis bald Euer Piratenblogger Captain Tscheggee Kev